Konfirmations-Gottesdienst 2003

in Gönningen am 18.5.2003 um 9.30 Uhr

"Blickwechsel" (Mk 10,17ff)

9.10 Uhr: Treffen/Pfarrhaus, zur Kirche
9.33 Uhr: Vorspiel (Orgel) und Einzug

Lied EG 321 "Nun danket alle Gott"

Gruß

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus

und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

gesungenes Amen

Begrüßung

Blickwechsel -

Auge in Auge mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden, die jetzt dann gleich hier vorn stehen werden,

wenn Sie uns an den Katechismus erinnern und einen Rückblick auf unser gemeinsames Jahr geben;

Blickwechsel -

Auge in Auge mit Gott, der uns jetzt in diesen anderthalb Stunden begegnen will;

Blickwechsel -

laßt uns Blicke wechseln,

und vielleicht gilt es auch, abundan den Blick auf sich selbst und auf andere zu wechseln.

Wir freuen uns, daß wir mit Ihnen und euch Konfirmation feiern können:

den Eltern, Geschwistern, Großeltern, Verwandten,

Freunden und Schulkameraden,

und nicht zuletzt: mit den Patinnen und Paten, deren Amt ja heute mit eurem eigenen Ja zu eurer Taufe erlischt -

was sicherlich nicht für eure Beziehung zueinander gilt.

Wir alle wünschen euch, den Konfirmandinnen und Konfirmanden, an diesem Tag alles Gute -

heute, wenn wir es feiern, daß Ihr auf dem Weg des Erwachsener-Werdens Schritte macht;

Gutes wünscht euch auch Gott:

das Sprechen wir euch im Segen zu

und durch eure Denksprüche.

Herzlichen Dank an unseren Video-Filmer -

der es allen anderen Fotografen ermöglicht, gelassen und ohne Finger am Auslöser diesen Gottesdienst mitzufeiern.

Und da Gott zum Glück nicht auf die Technik angewiesen ist,

könnten Sie nun auch noch Ihr Handy ausmachen -

das gibt so häßliche Knackgeräusche in unserer Tonanlage.

Ich werde Sie am Ende des Gottesdienstes ans Wiedereinschalten erinnern!

Laßt uns im Wechsel den 100. Psalm beten!

Psalm 100 (Pfr./Gemeinde im Wechsel)

Jauchzet dem Herrn, alle Welt!

Dienet dem Herrn mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

Erkennet, daß der Herr Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst

zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken,

zu seinen Vorhöfen mit Loben;

danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der Herr ist freundlich,

und seine Gnade währet ewig

und seine Wahrheit für und für.

"Ehr sei dem Vater"

Eingangsgebet

Gott,

du schenkst uns diesen Tag -

du wechselst Blicke mit uns und siehst uns freundlich an.

Wir selbst schauen zurück -

denken daran, als wir Kinder waren,

denken daran, als unsere Kinder und Enkel wirklich noch Kinder waren,

denken zurück an unsere eigene Jugendzeit -

das Leben ist schön,

das Leben ist manchmal ganz schön schwierig:

begleite uns, Gott,

daß wir Vertrauen zueinander und zu dir bewahren,

daß wir uns getragen wissen von dir

und zueinander halten können,

auch wenn es nicht einfach ist und wir manchmal aneinander vorbei reden und leben.

Begleite uns und geh mit uns auf unseren Wegen,

wenn wir heute nach vorn schauen und uns fragen, wie wohl alles werden wird.

Auf dich blicken wir -

du schaust uns freundlich an.

Amen.

Kirchen-Chor (1)

Während sich der Chor nach hinten in den Chorraum setzt, stellen sich die Konfis auf!

Katechismus-Sprechen

1. Einführung

Melissa Spohn (Unser Konfisjahr)

Am 5. Juni letzten Jahres fiel der Startschuß:

Bei einem Informations-Abend haben Pfarrer Behrend und die Konfis-Begleiter Einblicke gegeben in das Gönninger Konfis-Jahr.

Wir möchten Ihnen in diesem Teil des Gottesdienstes zum einen berichten, was wir erlebt und gelernt haben.

Zum anderen möchten wir Sie aber auch an die Worte der Bibel und aus der Reformationszeit erinnern, die Sie selbst schon gelernt haben:

Wir drücken damit aus:

Jeder Mensch muß sich wieder ganz neu selbst mit dem Glauben beschäftigen.

Doch zugleich beruht unser Glaube auf dem, was uns überliefert ist -

und was uns mit den Christinnen und Christen durch die Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch verbindet.

2. Das Glaubensbekenntnis

Andre Edenhuizen (Motto)

Was ist das: Glaube?

Was glaubst du selbst, was verbindest du mit diesem Wort?

Das waren die Fragen, mit denen wir unsere gemeinsame Zeit begonnen haben.

Einige Aussagen von uns Konfis waren:

"Glauben bedeutet für mich, Vertrauen zu Gott zu haben."

"Glaube heiß, daß das Leben einen Sinn hat."

"Glaube ist für mich etwas Wichtiges."

"Glaube ist für mich Hoffnung."

Daniel Streit ("Lernmittel")

Andere Aussagen dazu lauteten:

"Glaube ist, wenn man weiß, daß Gott da ist und man sich geborgen fühlt - und daß jemand auf einen aufpaßt."

"Glaube ist wie Wasser für mich - ohne kann ich nicht leben."

Ein anderer hat geschrieben:

"Glaube bedeutet für mich ziemlich viel, denn ich wurde ziemlich gläubig erzogen - Glaube ist so wichtig wie Essen und Trinken."

Maximilian Mez (Bekenntnis)

Jeder muß seine eigene Einstellung finden,

jede und jeder muß seinen eigenen Glauben finden.

Aber Glaube will uns Menschen auch verbinden.

Auf unserer Freizeit haben wir uns darum mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis beschäftigt.

Es ist vor über anderthalb Jahrtausenden entstanden.

Es faßt den christlichen Glauben in Worte, die uns verbinden sollen.

Wir möchten sie gemeinsam mit Ihnen sprechen.

Bitt erheben Sie sich dazu!

Die Gemeinde steht auf; wenn alle ruhig stehen, beginnen wir gemeinsam mit Maximilian, der nur die erste Zeile laut ins Mikro spricht.

Gemeinde (Apostolikum)

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

Die Gemeinde setzt sich, Konfis bleiben stehen.

ErsterArtikel / Wer ist Gott?

Denis Pfeifer (Luthers Erklärung zum Credo 1/1)

Der erste Satz dieses Glaubensbekenntnisses spricht von Gott, dem Vater und Schöpfer.

Martin Luther hat diesen Abschnitt im Katechismus so erklärt:

Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat

samt allen Kreaturen,

mir Leib und Seele,

Augen, Ohren und alle Glieder,

Vernunft und alle Sinne

gegeben hat und noch erhält;

Hendrik Detzel (Luthers Erklärung zum Credo 1/2)

dazu Kleider und Schuh,

Essen und Trinken,

Haus und Hof,

Weib und Kind,

Äcker, Vieh,

und alle Güter beschert,

mich mit allem, was not tut

für Leib und Leben

reichlich und täglich versorgt,

in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel

behütet und bewahrt;

Amelie Preisdendanz (Luthers Erklärung zum Credo 1/3)

und das alles

aus lauter väterlicher, göttlicher Güte

und Barmherzigkeit

ohn all mein Verdienst und Würdigkeit;

des alles ich ihm zu danken und zu loben

und dafür zu dienen

und gehorsam zu sein schuldig bin.

Das ist gewißlich wahr.

Lisa Mahler (Erläuterung 1/1)

Gott, der Schöpfer:

wir waren gemeinsam im Umweltzentrum List-Hof und haben Schöpfung, Natur hautnah erlebt.

Und wir haben auf den ersten Seiten der Bibel von Gott, dem Schöpfer gelesen.

Wir haben gesehen, daß sich die Vorstellungen verändert haben, wie die Erde und das All und das Leben entstanden ist.

Wir haben aber auch gesehen, daß die biblischen Erzählungen bezeugen, daß Gott hinter allem steht und als Schöpfer auch heute noch wirkt in allem, was ist.

Xenia Kuhn (Erläuterung 1/2)

Gott, der Schöpfer - das heißt:

Er hat auch dich und mich erschaffen.

Ich bin kein Zufallsprodukt. Ich bin gewollt - gewollt von Gott.

So darf ich im Vertrauen auf ihn leben.

So will ich ihm danken für das, was er mir zum Leben gibt.

Zweiter Artikel

Frieder Schwarz (Einleitung)

"Wenn du das mit Jesus am Kreuz nicht kapierst, hast du gar nichts kapiert" - so hat es einer von uns einmal gesagt.

Jesus Christus ist der Mittelpunkt des christlichen Glaubens.

Wir haben uns vor Weihnachten mit seiner Geburt beschäftigt,

haben uns überlegt, wie er gelebt und was er gesagt hat.

haben über die Kreuzigung und die Auferstehung gesprochen.

Im Zweiten Abschnitt des Glaubensbekenntnisses wird der Glaube an Jesus so zusammengefaßt:

Mathis Börtlein (2. Glaubensartikel)

Ich glaube an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

Jonas Ramolla (2. Glaubensartikel, Fortsetzung)

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Judith Grauer (Luthers Erklärung zum Credo 2/1)

Martin Luther hat dazu gesagt:

Ich glaube,

daß Jesus Christus,

wahrhaftiger Gott,

vom Vater in Ewigkeit geboren,

und auch wahrhaftiger Mensch,

von der Jungfrau Maria geboren,

sei mein Herr,

Martin Rapp (Luthers Erklärung zum Credo 2/2)

der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat,

erworben und gewonnen von allen Sünden,

vom Tod und von der Gewalt des Teufels,

nicht mit Gold oder Silber,

sondern mit seinen heiligen, teuren Blut

und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben;

Frank Haas (Luthers Erklärung zum Credo 2/3)

auf daß ich sein eigen sei

und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene

in ewiger Gerechtigkeit,

Unschuld und Seligkeit,

gleichwie er ist auferstanden vom Tod,

lebet und regieret in Ewigkeit.

Das ist gewißlich wahr.

Jens Rümmele (Erläuterung 2/1)

An Karfreitag denken wir daran, daß Jesus für uns gestorben ist -

er hat unsere Schuld getragen und uns gezeigt, daß wir zu Gott immer wieder umkehren dürfen.

Wir haben gelernt:

Es ist nicht die Frage, ob wir schuldig werden, ob wir einander weh tun -

die Frage ist, wie wir damit umgehen:

ob wir Gott uns einander um Verzeihung bitten können,

ob wir einander - wie Gott uns - vergeben können.

Erika Holland (Erläuterung 2/2)

Jesu Lebensweg endet nicht am Kreuz.

Wir treiben keinen Toten-Kult.

Wir glauben an den auferstandenen Jesus Christus, der mit uns auch heute lebt.

Das feiern wir am Osterfest.

Auferstehung, so haben wir es uns überlegt, das ist wie Versöhnung nach einem Streit und wie die Frühlingssonne nach dem Winter,

Dritter Artikel

Nicolai Häußermann (Hinführung)

Wie kann das, was vor 2000 Jahren passiert ist, für uns heute wichtig sein.

Die Bibel erzählt, daß im Glaube Jesu Geist auf uns kommt und er so in uns und mit uns lebt.

Der Dritte Satz des Glaubensbekenntnisses vom Heiligen Geist heißt:

Jana Reiswich (3. Glaubensartikel)

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Stephanie Hanert (Luthers Erklärung zum Credo 3/1)

Martin Luther sagt:

Ich glaube,

daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn,

glauben oder zu ihm kommen kann,

sondern der Heilige Geist

hat mich durchs Evangelium berufen,

mit seinen Gaben erleuchtet,

im rechten Glauben geheiligt und erhalten;

Daniel Streit (Luthers Erklärung zum Credo 3/2)

gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden

beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt

und bei Jesus Christus erhält

im rechten, einigen Glauben;

Maximilian Mez (Luthers Erklärung zum Credo 3/3)

in welcher Christenheit er mir und alle Gläubigen

täglich alle Sünden reichlich vergibt

und am jüngsten Tage mich und alle Toten

auferwecken wird

und mir samt allen Gläubigen

in Christus ein ewiges Leben geben wird.

Das ist gewißlich wahr.

Denis Pfeifer (Erläuterung 3/1)

An einem Nachmittag haben wir Besuche gemacht bei Gemeindegliedern.

Wir haben sie gefragt, warum sie in der Kirchengemeinde aktiv sind

und was ihnen der Glaube bedeutet.

Man lernte sich gegenseitig kennen und es hat viel Spaß gemacht.

Mathis Börtlein (Erläuterung 3/2)

Wir haben gelernt:

Im Glauben an Jesus Christus gehören wir zusammen.

Heiliger Geist - das ist Jesu Geist, der uns zur Gemeinschaft führt,

der nicht will, daß es Krieg und Haß in der Welt und unter uns gibt.

Ausdruck für diese Gemeinschaft ist der Gottesdienst:

Wir besinnen uns darauf, was unser Leben trägt und was wichtig sein soll für uns.

3. Die Heilige Taufe

Melissa Spohn (Einleitung)

Gott feiert mit uns im Gottesdienst, wenn wir zu ihm beten,

auf sein Wort hören, miteinander singen.

Daß Gott Ja zu uns sagt, das besiegelt er in den beiden Sakramenten unserer evangelischen Kirche,

in der Taufe und im Abendmahl -

sie sind heilige Zeichen, von Jesus selbst eingesetzt.

Michael Staiger (Taufbefehl)

Jesus spricht:

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und und Erden.

Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:

Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Lisa Mahler (Johannes Brenz zur Taufe)

Im Katechismus unserer württembergischen Kirche heißt es dazu:

Die Taufe ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen,

womit Gott, der Vater, durch Jesus Christus, seinen Sohn,

samt dem Heiligen Geist bezeugt,

daß er dem Getauften ein gnädiger Gott wolle sein

und verzeihe ihm alle Sünden aus lauter Gnade

um Jesu Christi willen

und nehme ihn auf an Kindes Statt

und zum Erben aller himmlischen Güter.

Amelie Preisdendanz (Erläuterung 1)

Ich bin mit Wasser getauft:

Wasser kann gefährlich und zerstörerisch sein -

so wie wir das während unseres Jahres beim Elbe-Hochwasser erlebt haben.

Für die Taufe bedeutet das:

Alles, was mich von Gott trennt, geht unter,

Sünde und Schuld sterben.

Hendrik Detzel (Erläuterung 2)

Ohne Wasser kein Leben -

wir alles sind im Wasser herangewachsen.

Im Wasser der Taufe sagt Gott sein bedingungsloses Ja zu uns.

Ich bin als kleines Kind getauft worden,

noch bevor ich etwas für Gott oder die Menschen getan und geleistet hätte -

Gott sagt Ja zu mir, einfach weil ich da bin.

Jonas Ramolla (Erläuterung 3)

Gott sagt Ja zu mir -

dieses Ja Gottes ist darauf aus, daß es eine Antwort erfährt.

Zwei von uns werden heute ihr Ja dazu sagen, getauft zu werden,

und wir anderen werden unser eigenes Ja zur Entscheidung unserer Eltern sagen, als sie uns haben taufen lassen.

4. Das Heilige Abendmahl

Judith Grauer (Einleitung)

Das andere Sakrament neben der Taufe ist das Abendmahl.

Wir haben einem Konfis-Samstag die Bedeutung des Abendmahles besprochen,

haben in der Gruppe miteinander Abendmahl gefeiert

Vom ersten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, berichtet das Neue Testament:

Frieder Schwarz (Einsetzungsworte 1)

Der Herr Jesus

in der Nacht, da er verraten ward

und mit seinen Jüngern zu Tische saß,

nahm das Brot, sagte Dank und brach's,

gab's seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset;

das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.

Das tut zu meinem Gedächtnis.

Xenia Kuhn (Einsetzungsworte 2)

Desgleichen nach dem Mahl

nahm er den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach:

Trinket alle daraus;

das ist mein Blut des Neuen Bundes,

das für euch und für viele vergossen wird

zur Vergebung der Sünden.

Das tut zu meinem Gedächntis.

Jens Rümmele (Brenz zum Abendmahl)

In unserem württembergischen Katechismus heißt es dazu vom Reformator Johannes Brenz:

Das Abendmahl ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen,

worin uns Christus wahrhaftig und gegenwärtig

mit Brot und Wein seinen Leib und sein Blut schenkt und darreicht,

und vergewissert uns damit,

daß wir haben Verzeihung der Sünden und ein ewiges Leben.

Frank Haas (Erläuterung 1)

Abendmahl, das ist Wegzehrung auf dem Weg es Glaubens.

Jesus selbst kommt in der Feier und in den Zeichen von Kelch und Brot zu uns.

Er zeigt uns, daß er mit uns leben will,

mit uns Gemeinschaft hat.

Er selbst ist der Gastgeber beim Abendmahl.

Martin Rapp (Erläuterung 2)

Jesus hat Gemeinschaft mit uns, damit auch wir Gemeinschaft miteinander haben.

Wir essen von dem einen Brot, trinken von dem einen Kelch.

Wir teilen miteinander.

Wir reichen uns beim Abendmahl die Hand mit den Worten: "Friede sei mit dir!"

Stephanie Hanert (Erläuterung 3)

Schon während unserer Konfirmanden-Zeit waren wir eingeladen zu den Abendmahls-Feiern hier im Gottesdienst.

Anders noch als zu Ihrer Kindheit und Jugend sind heute alle Getauften zum Abendmahl eingeladen.

Nicht die Konfirmation, sondern die Taufe ist Grundlage dafür, am Abendmahl teilzunehmen.

Entscheidend ist, daß wir daran denken, daß Jesus selbst in diesen Zeichen zu uns kommt.

5. Das Gebet

Carina Rempfer (Erklärung Luthers)

Wir Menschen können miteinander sprechen.

Das ist die Brücke zwischen uns.

Auch mit Gott können wir sprechen.

Wir nennen es beten.

Martin Luther hat es folgendermaßen umschrieben:

Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott

in Bitte und Fürbitte,

Dank und Anbetung.

Am guten wie am bösen Tag dürfen wir als Gottes Kinder im Namen Jesu zu ihm kommen.

André Edenhuizen (Erläuterung 1)

Das Gebet Jesu, das Vaterunser, hat uns unser Konfis-Jahr hindurch begleitet.

Meist haben wir unsere Nachmittage mit einer Andacht hier im Chorraum unserer Kirche begonnen.

Immer haben wir dabei das Vaterunser gebetet.

Auch in diesem Gottesdienst werden wir das Fürbitten-Gebet mit den Worten Jesu abschließen.

Jana Reiswich (Erläuterung 2)

Fürbitte halten:

bei unseren Andachten haben wir an Menschen gedacht, denen es schlecht geht:

die unter Krieg leiden,

die Opfer von Terroranschlägen geworden sind,

die arm und ohne Essen und sauberes Wasser sind.

In der Fürbitte bitten wir Gott, daß er hilft - und daß er uns hilft, zu helfen!

Michael Staiger (Erläuterung 3)

Wir bitten Gott - wir danken Gott:

Wenn wir Danke sagen, nehmen wir das, was wir bekommen, nicht für selbstverständlich.

Was ich schaffe und hinbekomme,

was ich habe -

Gott hat es ermöglicht und gegeben.

Nicolai Häußermann (Erläuterung 4)

Ich bitte Gott, daß er mir hilft und mich begleitet -

und ich weiß zugleich, daß ich auch mit der Enttäuschung leben muß, da Gott nicht so handelt, wie ich es erbitte.

Ich will festhalten an dem Vertrauen, daß Gott es trotzdem recht und gut macht.

Die Konfis setzen sich zum Lied.

Lied EG 409 (1-8) "Gott liebt diese Welt"

Die Konfis stellen sich auf.

Fortsetzung Katechismus: 6. Die Zehn Gebote

Carina Rempfer (Hinführung zu den Zehn Geboten 1/2)

Der Umgang mit alten Menschen,

wie ist das mit Kopien von Computerspielen

und wie mit der Raserei auf unseren Straßen -

aus den Zehn Geboten haben wir gehört, daß wir das Leben bewahren und schützen sollen.

Mathis Börtlein (Hinführung zu den Zehn Geboten 2/2)

Das Leben der anderen Menschen bewahren und schützen - darum geht es in den Geboten der sogenannten Zweiten Tafel.

Die ersten Gebote sprechen von unserem Verhältnis zu Gott.

Sie sprechen davon, daß die Beziehung zu ihm ihre Formen und ihre Regeln braucht.

Daniel Streit (Hinführung zum 1. Gebot)

Der Nationaltorwart als Fußball-Gott?

So ganz ernst meint das wohl keiner, der das so sagen würde.

Aber vielleicht gibt es doch manches, das uns zum Gott wird, weil es zur Grundlage und zum Sinn des Lebens wird:

Wohlstand, Karriere, Ansehen.

Im ersten Gebot heißt es:

Andre Edenhuizen (Das 1. Gebot)

Ich bin der Herr, dein Gott.

Du sollst keine anderen Göttern neben mir haben.

Melissa Spohn (Luthers Erklärung zum 1. Gebot)

Zu den Geboten haben wir uns jeweils die Erläuterung Martin Luthers angeschaut.

Er bleibt nicht beim Verbot stehen, sondern führt aus, was wir tun sollen.

Zum ersten Gebot sagt Luther:

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten,

lieben und ihm vertrauen.

Judith Grauer (Hinführung zum 2. Gebot)

Übers Fluchen haben wir gesprochen,

über den Umgang mit Gottes Namen.

Und wir haben uns überlegt, wie wir im Gebet den Namen Gottes anrufen.

Im zweiten Gebot heißt es:

Frieder Schwarz (Das 2. Gebot)

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Martin Luther sagt dazu:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen,

sondern ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Frank Haas (Hinführung zum 3. Gebot)

Der Sonntag ist für uns heute Freizeit.

Schon im Judentum gab es einen Wochen-Feiertag, den Sabbat, der Gott geweiht ist.

Für die Christen wurde der erste Tag der jüdischen Woche, der Tag der Auferstehung Jesu, zum wöchentlichen Feiertag.

Das dritte Gebot heißt:

Jens Rümmele (Das 3. Gebot)

Du sollst den Feiertag heiligen.

Das heißt:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten,

sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.

Stephanie Hanert (Hinführung zum 4. Gebot)

Mit dem vierten Gebot "Vater und Mutter ehren" beginnt die sogenannte Zweite Tafel der Zehn Gebote.

In einem Anspiel haben uns die Konfis-Begleiter vor Augen geführt,

daß es beim vierten Gebot zuerst einmal um das Verhältnis zur Generation der alten Menschen geht.

Es fordert uns jüngere heraus, anderen mit Achtung zu begegnen und aus ihren Erfahrungen zu lernen.

Carina Rempfer (Das 4. Gebot)

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf daß du lange lebest im Lande,

das dir der Herr, dein Gott, geben wird.

Luther sagt dazu:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen,

sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

Hendrik Detzel (Hinführung zum 5. Gebot)

Daß Menschen andere Menschen auslöschen,

Leben zerstören - wir erleben es immer wieder:

in Kriegen, durch Terror;

aber auch da, wo wir es nicht schaffen, einander zu helfen und für Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen.

Gott sagt uns im fünften Gebot:

Jana Reiswich (Das 5. Gebot)

Du sollst nicht töten.

Das heißt:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun,

sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.

Erika Holland (Hinführung zum 6. Gebot)

Über unsere Erfahrungen in Sache Ehe haben wir uns unterhalten und über unsere Vorstellungen von Freundschaft.

Wir haben uns überlegt, was das sechste Gebot für uns bedeutet - und daß es zur Treue auffordert:

Martin Rapp (Das 6. Gebot)

Du sollst nicht ehebrechen.

Martin Luther sagt dazu:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken

und in der Ehe einander lieben und ehren.

Xenia Kuhn (Hinführung zum 7. Gebot)

Gott will, daß das Eigentum des Nächsten unangetastet bleibe,

daß wir das Vertrauen ineinander nicht durch Diebstahl zerstören.

Wir haben auch davon gesprochen, wie die Werbung uns einflößt, was wir alles zu unserem Glück bräuchten;

und wir haben gemerkt, daß auch das Internet und der CD-Brenner etwas mit den zehn Geboten zu tun haben kann.

Im siebten, neunten und zehnten Gebot geht es um die Fragen des Eigentums:

Jonas Ramolla (Das 7. Gebot)

Du sollst nicht stehlen.

Luther sagt zum siebten Gebot:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen,

sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.

Denis Pfeifer (Das 9. Gebot)

Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Hauses.

Luther sagt dazu:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause trachten und mit einem Schein des Rechts an uns bringen,

sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienlich sein.

Nicolai Häußermann (Das 10. Gebot)

Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Weibes,

noch seines Knechts, noch seiner Magd,

noch seines Ochsen, noch seines Esels,

noch alles, was dein Nächster hat.

Maximilian Mez (Luther zum 10. Gebot)

Luther sagt zum zehnten Gebot:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Gehilfen oder Vieh ausspannen, abwerben oder abspenstig machen,

sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Lisa Mahler (Hinführung zum 8. Gebot)

Vertrauen wird zerstört, wo gestohlen und die Treue gebrochen wird.

Vertrauen geht auch kaputt, wo über andere Gerüchte in die Welt gesetzt werden,

wo der gute Name eines anderen zerstört wird.

Deshalb heißt es im achten Gebot:

Amelie Preisdendanz (Das 8. Gebot)

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Und Luther dazu:

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

daß wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben,

sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Erika Holland (Das Doppelgebot der Liebe)

Alle diese zehn Gebote sind zusammengefaßt im Doppelgebot der Liebe:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben

von ganzem Herzen,

von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.

Dies ist das höchste und größte Gebot.

Das andere aber ist dem gleich:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

7. Abschluß

Michael Staiger (Abschluß)

Am 5. Juni letzten Jahres fiel der Startschuß:

heute feiern wir Konfirmation.

Wir haben Ihnen Einblicke in unsere gemeinsame Zeit gegeben,

wir haben mit Ihnen zusammen unseren christlichen Glauben bekannt.

Wir sind auf dem Weg -

denn Glaube verändert sich, er will immer wieder neu gewonnen und überdacht werden.

Unsere Konfirmation ist eine Station auf diesem Weg.

Die Konfis setzen sich zum Lied!

Lied EG 395 (1-3) "Vertraut den neuen Wegen"

Predigt

700 Augenpaare, die einen anblicken -

da kann's einem ja angst und bange werden!

Aber Ihr habt das klasse hingekriegt -

alle Achtung,

liebe Konfis!

Vielleicht war's ja aber so schwierig auch wieder nicht -

denn die meisten Augen hier blicken ja recht freundlich -

an eurem Festtag!

Die Oma freut sich, weil du wirklich ausgesprochen gut aussiehst heute;

Papa ist angenehm überrascht, wie souverän du hier vorn stehst -

und einzig die Freunde auf den oberen Rängen konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen -

vielleicht weil sie an ihre eigene Zeit und die wackligen Knie zurückgedacht haben.

Blicke können ja einiges mit einem anstellen:

da gibt es die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick -

ein Thema, das manchmal in eurem Alter nicht ganz uninteressant ist;

da gibt es den finsteren Blick der Lehrerin, wenn sie sich über deine Englisch-Klassenarbeit ärgert;

es macht einen Tag zu einem schönen Tag, wenn man im Kaufhaus morgens einen freundlichen, offenen Blick erhascht;

und im Konfis haben wir uns angeblickt -

und ich habe mich mehr als einmal gefragt - bei den Stilleren unter euch: was sie wohl dazu meint und darüber denkt ...

und manche haben mich dann und wann angeguckt nach dem Motto:

red' du nur ...

Manchmal gibt es Blickwechsel,

die einen wirklich verändern -

wo man einem Menschen sehr nahe ist,

wo man in den Augen mehr sieht als Iris, Wimpern und das Weiße.

Als eure Eltern euch da vor so etwa 14 Jahren das erste Mal in die Augen geschaut haben -

und Ihr zurück - und vielleicht sogar ein bißchen gelächelt habt,

da fing euer gemeinsamer Weg so richtig miteinander an.

Mittlerweile treffen sich eure Blicke vielleicht nicht mehr ganz so häufig,

und manchmal sind es vielleicht auch Blicke, die einem gegenseitig sagen:

du nervst,

du bist ganz schön anstrengend,

oder auch die Frage ausblicken:

wie geht's weiter mit uns?

Und manchmal schaut man aneinander vorbei.

Blicke wechseln im Laufe des Lebens,

und manchmal verändern Blickwechsel unser Leben.

Mir ist in diesen Wochen vor eurem Fest eine Geschichte wieder in den Blick gekommen,

die Ihr vielleicht kennt.

Jesus unterwegs,

irgendwo auf einer staubigen Straße Judäas.

Und es läuft einer zu ihm,

kniet sich nieder vor ihm

und blickt zu ihm auf -

schon mal nicht das Dümmste, was man am im Leben tun kann -

zu Jesus aufblicken -

statt immer auf Gott herabzuschauen und alles besser zu wissen, als er.

Nun, unser junger Mann stellt da von schräg unten eine merkwürdige Frage an Jesus:

"Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?"

Ich weiß ja nicht, wem Ihr so im richtigen Leben die Frage nach dem Leben stellt?

Eltern, Großeltern, Paten, Lehrern, Freunden, dem Fernseher?

Du meinst, du fragst das gar nicht, das versteht sich von selbst?

Nein,

jeder von uns hat diesen fragenden Blich:

Wo finde ich das Leben?

Wo muß ich hin?

Wo will ich hin?

Jeder fragt so - vielleicht nur mit Blicken, aber es ist ja die Frage überhaupt -

und die Antwort ist alles andere als selbstverständlich.

Auch in diesem Jahr haben wir immer wieder zu spüren bekommen, auf welch unsicherem Boden wir doch leben:

wenn man in der Familie mit dem Tod konfrontiert wird;

wenn wir an den Krieg im Irak denken,

wenn wir ans SARS denken,

wenn wir hören, wie viele Arbeitsplätze gefährdet sind -

es ist manches passiert in unserem gemeinsamen Jahr,

das uns vor Augen geführt hat:

wir leben auf unsicherem Terrain.

"Wo finde ich das Leben?" -

so kommt unser junger Mann zu Jesus -

und er bekommt eine merkwürdige Antwort von ihm.

Er bekommt nämlich zuerst einmal eine Prise Konfis von Jesus:

"Du kennst die Gebote:

Du sollst nicht töten;

du sollst nicht ehebrechen;

du sollst nicht stehlen;

du sollst nicht falsch Zeugnis reden;

du sollst niemanden berauben;

ehre Vater und Mutter.

Ihr habt uns gerade an die Gebote erinnert.

Ihr habt uns daran erinnert, daß es was bringt und unser Leben lebenswert macht, wenn wir gerecht und fair miteinander umgehen.

Jesus erinnert unseren jungen Mann auch daran -

aber der reagiert merkwürdig;

sein Blick verfinstert sich ein bißchen,

er guckt ein bißchen mißmutig:

"Meister, das habe ich alles gehalten von Jugend an."

Ups - ist da etwas an mir vorbeigegangen:

gerecht und anständig, sollte das nicht reichen,

ist das nicht für viele der Inbegriff des christlichen Glaubens -

hat man das nicht Generationen von Konfirmanden lernen lassen:

die Zehn Gebote,

was man tun und was man lassen soll -

ist das nichts?

Doch, schon -

aber irgendwie spürt der Kerl da, daß das nicht so recht reichen will.

Die Geschichte wird spannend und wird zu einer Liebesgeschichte eigener Art:

"Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb".

Jesus hat ihm tief in die Augen geblickt -

er hat zu dem da hinuntergeblickt -

und er hat nicht auf ihn herabgesehen, sondern er hat ihm die tief in die Seele geschaut:
und was hat er gesehen?

Einen armen Tropf:

als er ihn anblickt, sieht er, daß er sein Herz nicht auf dem rechten Fleck trägt.

In seinem Blick schimmern überall die Euro- und Dollar-Zeichen auf.

Daran hing sein Herz,

hier war sein Herz,

das war sein Schatz:

das, was er hatte,

was er sich zusammengeschafft, zusammengerafft hat.

"Und Jesus sprach zu ihm:

Eines fehlt dir.

Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen,

so wirst du einen Schatz im Himmel haben,

und komm und folge mir nach!"

Tolle Geschichte für einen Konfistag, an dem der Rubel hoffentlich sehr zu eurer Zufriedenheit rollen wird

und sich mancher Wunsch erfüllen wird!

Oller Spielverderber!

Naja,

bin halt altmodisch und glaube immer noch daran, daß es bei der Konfirmation eigentlich um mehr als Euro-Noten geht,

daß es ums Leben geht:

daß es darum geht, wo ich das Leben finde und herkriege.

Bei dem, was ich habe, kann und bringe finde ich es auf Dauer nicht.

Es ist toll, wenn Ihr eure Kraft spürt und merkt, wo Ihr stark und gut drauf seid.

Aber das Leben findet sich nur in diesem Blickwechsel mit Jesus.

Wenn ich ihm in die Augen schaue,

in seine liebenden Augen schaue,

dann ändere ich nämlich meinen Blick auf mich selbst:

dann schaue ich mich sozusagen mit Gottes Augen an.

Was habt Ihr uns gerade beigebracht:

ich bin Gottes Geschöpft,

ich darf immer zu ihm kommen, wenn ich Mist mache,

er hält mich, auch wenn ich ganz unten bin,

er findet mich stark, wenn ich zu meinen Schwächen stehe -

und er findet es stark, wenn ich mich stark mache für andere.

Der Blickwechsel mit Jesus läßt mich meinen Blick wechseln auf mich selbst -

und natürlich auf die Menschen, mit denen ich lebe:

ich habe Verantwortung für sie,

auch sie wollen leben und haben ein Anrecht drauf, daß ich ihnen dabei helfe -

Konfirmation ist ja auch ein Stück Einübung in die Verantwortung, die Ihr für euch selbst und für die anderen - Freundin, Freund, Eltern, Geschwister - zu übernehmen habt.

Liebe Gemeinde,

unsere Geschichte hat kein Happyend - sorry - ich kann nichts dafür:

"Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon".

O Mann, ich pack das nicht -

mein Herz ist so fest am falschen Fleck -

ich kriege das nicht da weg!'

Er hat's nicht gepackt -

seine private Konfisstunde war rum,

er hatte sich was anderes erwartet,

er ging wieder heim Münzen putzen.

Aber sein Herz kam nicht zur Ruhe.

So ist das gut -

die Frage nach dem Leben darf einen nicht in Ruhe lassen,

nie;

wir dürfen uns nicht abspeisen lassen mit Zeugs.

Er hat's nicht gepackt -

und doch bin ich mir ganz sicher:

diesen Blick Jesu, in jenem Moment, als der ihn lieb gewann,

diesen Blick hat er Zeit Lebens nicht mehr vergessen -

und irgendwann hat dieser Blick ihn zu einem Blickwechsel gebracht -

und er hat das Leben gefunden!

Amen.

Kirchenchor

Taufen

Hinführung

Liebe Gemeinde,

nachgeholter Taufunterricht sei der Konfis.

Für zwei unter euch war es nicht "nachgeholt",

sondern im eigentlichen Sinne Taufunterricht, dieses Jahr.

Es ist gut, daß wir das fast jedes Jahr so haben, daß wir in unserem Konfirmationsgottesdienst auch Taufen haben:

in unsere Statistik werden sie als Erwachsenentaufen einfließen,

denn Ihr, lieber Nikolai, liebe Jana, seid religiös volljährig,

habt keine Tauf-Paten,

sondern steht eben auf eigenen Beinen hier gleich am Taufstein.

Ihr seid eingeladen zum Blickwechsel:

euch immer im Blick auf eure Taufe zu sehen:

als Menschen, zu denen Gott sich an die Seite gestellt hat;

als Menschen, die sich Jesus Christus anvertraut haben -

die nicht nur auf sich selbst vertrauen wollen.

Tauffrage (GEMEINDE ERHEBT SICH)

So frage ich dich,

lieber Nicolai Häußermann,

liebe Jana Reiswich:

Willst du auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden

und mit uns Gemeinschaft halten im Hören auf Gottes Wort,

im Abendmahl,

mit einem Leben, wie es Gott gefällt,

so sprich dazu dein Ja

und antworte: "Ja, Gott helfe mir. Amen."

Nicolai Häußermann? ANTWORT

Jana Reiswich? ANTWORT

Überleitung

So tretet an den Taufstein, daß wir die Heilige Taufe vollziehen!

Damit eure Familien und Freunde euch auch sehen können, bitte ich die Gemeinde, wieder Platz zu nehmen.

Taufhandlung
Nicolai Häußermann
Jana Reiswich
Taufkerzen (Nadja und Christian)

Verpflichtung der KonfirmandInnen (GEMEINDE ERHEBT SICH)

Blickwechsel -

sich nicht nur im Blick auf das sehen, was ich selbst schaffe,

was ich kann, was ich selbst bin, was ich habe.

Blickwechsel -

sich im Blick auf Gottes Zusage sehen: Ich bin bei dir!

Ich will mit dir leben!

Aber,

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

was hat mich denn da geritten?

In euren Heften und auf dem Liedblatt steht, es folgt nun die "Verpflichtung".

Wozu um alles in der Welt sollt Ihr euch verpflichten?

Das klingt ja fast wie Vereidigung bei einem Beamten oder beim Bund.

Verpflichtung -

das soll jetzt heißen, daß Ihr euch dazu verpflichtet, auf euch aufzupassen,

auf euren Glauben aufzupassen -

darauf aufzupassen, daß Ihr das Ja Gottes zu euch, das er in der Taufe zu euch sagte,

daß Ihr das festhaltet und immer wieder neu begreift!

Dazu verpflichtet Ihr euch mit diesem Gottesdienst;

daß Ihr das fertig bringt, das wünschen wir euch von Herzen und deshalb werden wir euch den Segen zusprechen.

So frage ich euch:

Wollt ihr im Glauben annehmen,

was euch der Herr in der Taufe geschenkt hat?

Dann sprecht dazu euer Ja und antwortet "Ja, Gott helfe mir, Amen!"

ANTWORT

Gebet

Gott,

du nimmst uns in die Pflicht, auf uns aufzupassen - damit wir den Blick auf dich nicht verlieren,

damit wir uns selbst mit deinen Augen sehen:

Menschen, die du gewollt hast!

Du nimmst uns in die Pflicht, aufeinander aufzupassen, füreinander da zu sein -

den Frieden zu lernen und zu üben,

statt einander Leben kaputt zu machen.

Hilf uns bei unserer Pflicht, dir zu leben,

damit es gut wird mit uns!
Amen.

GEMEINDE NIMMT PLATZ

Einsegnung/Denksprüche (Leonie und Julia)

Überleitung

Man kann und sollte sich nur einem verpflichten, der ein Anrecht auf einen hat und der für einen sorgen kann.

Gott ist unser Schöpfer -

er hat ein Recht auf uns - so habt Ihr es uns in Gedächtnis gerufen.

Gott kommt in Jesus Christus zu uns -

und begleitet uns auf unseren Wegen -

wir drücken das aus, wenn wir euch in seinem Geiste den Segen Gottes zusprechen.

Tretet dazu vor den Altar!

die Konfis kommen einzeln nach vorn, knien nieder, werden gesegnet (Formulierung in Anknüpfung an den Denkspruch) und bekommen von Konfisbegleitern ihren Denkspruch

Überleitung

Daß der Segen und die Zuwendung Gottes in deinem Leben Kreise zieht,

das erbitten wir mit dem nächsten Lied: "Ins Wasser fällt ein Stein".

Lied EG 637 (1-3) "Ins Wasser fällt ..."

Grußworte

KGR E. Haule

Konfibegleiter (Geschenk; Jana, Sarah, Sabrina)

Dank an Konfisbegleiter / Behrend

Fürbittengebet

Behrend

Laßt uns beten!

Eltern (Frau Streit)

Paten (Fr. Geiger)

Jugendliche (Hannes Ramolla)

Behrend (Gemeinde)

Herr, unser Gott,

wir danken dir für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden:

Du hast sie gesegnet -

laß sie zum Segen für andere werden.

Du hast ihr Bekenntnis gehört -

laß sie es immer besser verstehen.

Du hast ihr Versprechen gehört -

schenke ihnen immer wieder neu Zutrauen in deine Hilfe und Liebe.

Und uns alle machen bereit,

ihnen ein Segen zu sein,

ihnen unser Bekenntnis nicht schuldig zu bleiben,

mit ihnen aus dem Vertrauen in dich zu leben!

Behrend

Gemeinsam beten wir:

Vaterunser

Überleitung

Wir haben die Konfis eingesegnet -

wir alle sind auf Gottes Begleitung, auf seinen Segen angewiesen -

wir erbitten das mit unserem letzten Lied!

Lied EG 564,1-3 "Segne"

Abkündigungen

Schlußwort

Blickwechsel -

ich wünsche euch, liebe Konfis, viele freundliche Blicke an eurem Festtag!
Gott schaut und freundlich in die Augen -

das lassen wir uns im Segen zusprechen!

Segen und gesungenes Amen

Nachspiel (Orgel) und Auszug

!!! anschließend ist sofort Fototermin für alle !!!




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